Eins verstehe ich nicht. Ich lese immer wieder in Blogeinträgen, dass Nachhaltigkeit mit Bildung und Erfahrung zu tun hat. Das sollte man nicht zu schnell verallgemeinern. Es gibt ein Gegenbeispiel, welches beweist, dass selbst ein neun jähriger Junge unglaublich viel Klima Bewusstsein haben kann …

Side information: Als ich 2012 mein Bachelorstudium angefangen habe, war ich bereits vollkommen im Umweltschutz gefangen. Klassischerweise finge es mit „Eine unbequeme Wahrheit“ an. Ich habe alle Menschen genervt, dass sie keinen Thunfisch essen sollen und Strom und Wasser gespart wie eine Irre. Kein Witz. Ich wollte tatsächlich Greenpeace beitreten und war vollkommener Nerd, was das Thema anging.

Felix Finkbeiner ist neun Jahre alt als er ein Referat über den Klimawandel hält. Er hatte über Wangari Maathai gelesen. Die Frau aus Kenia hatte mit anderen Frauen mehr als 30 Millionen Bäume gepflanzt, um der Entwaldung in Afrika entgegen zu wirken. Am Ende seines Referats hatte Felix eine Idee. Man sollte in jedem Land eine Million Bäume pflanzen um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Aus der Idee wurde eine Vision- aus der Vision wurde eine Umweltorganisation: Plant for the planet.

Alles begann mit dem Referat von Felix. Das blieb seiner Lehrerin im Kopf hängen und sie schickte ihn an andere Schulen um weitere Vorträge zu halten. Zwei Monate nach seinem ersten Referat wurden die ersten Bäume in Starnberg gepflanzt. Die Resonanz war immens: nach einer Pressekonferenz gab es über 500 Erwähnungen in den Medien. Danach wurden Flyer gedruckt, erste Sponsoren gewonnen und weitere finanzielle Unterstützung akquiriert. Das erste Ziel wurde 2008 erreicht: 50.000 gepflanzte Bäume. Inzwischen ist die Zahl auf 15.205.027.665  Bäume gestiegen, das neue Ziel sind 1.000 Mrd. Bäume. 2011 wurde im Rahmen der Klimakonferenz in Durban das Ziel des UN-Umweltprogramms UNEP „UN Billion Tree Campaign“ auf Plant-for-the-planet übertragen. Die bis dahin gepflanzten Bäume wurden in den Bäumzähler der Umweltorganisation übertragen.

Die Organisation ist aber nicht nur in Deutschland aktiv. Der Weltvorstand der Organisation besteht aus Kindern aus China, Europa, Indien, Latein- und Zentralamerika & Karibik, Nordamerika & Ozeanien, Subsahara Afrika,  Westasien & Nordafrika und Zentral-und Ostasien. In den Ländern werden aber nicht nur Bäume gepflanzt. Es finden Akademien statt, in denen Kinder von anderen Kindern zu Klimabotschaftern ausgebildet werden. In diesen Akademien wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch erlernt wie man Vorträge vorbereitet und die Idee der Klimagerechtigkeit glaubhaft vertritt.

Ein weiterer Erfolg der Organisation ist es, dass sich im Frühjahr 2012 einige Süßwarenherstellter dazu verpflichtet haben, 0,01% ihres Umsatzes der Organisation zu stiften. Dazu gehören unter anderem Zott, Ehrmann und Bahlsen.
Man kann aber auch einfach die Schokolade der Stiftung kaufen. „Die gute Schokolade“ ist fairtrade gehandelt und komplett klimaneutral (neutral durch die Pflanzung von vielen Bäumen). Und mal unter uns… ich hab sie gegessen. Sie schmeckt WIRKLICH gut! In Lüneburg findet ihr sie bei Kaufland. Das eingenommene Geld wird nicht für Werbezwecke ausgegeben. Die Hersteller verzichten auf ihren Gewinn und so fließen €0,20 des Gewinns in die Plant-for-the-planet Foundation. Klingt wenig, oder? Darum muss man die Idee der guten Schokolade teilen. (Uns wird von der Organisation ein Schokomob vorgeschlagen.) Aber ihr könnt sie ja auch einfach mal kaufen und wenn sie euch schmeckt, sprecht ihr eben darüber mit Freunden und Familie.

Plant-for-the-plant ist meiner Meinung nach wirklich Unterstützung wert. Die Idee ist großartig und nicht nur mit leeren Versprechungen gespickt. Die Kinder erreichen wirklich was und kämpfen für die Welt in der sie in Zukunft leben müssen/wollen. Mit jedem Euro der gespendet wird, wird ein Baum gepflanzt und glaub mir, das tut gar nicht weh (auch dem Geldbeutel nicht.).

Für mich gehören Umweltschutz und Persönlichkeitsentwicklung untrennbar zusammen. Viele große Speaker sagen, wie wichtig es ist zurück zu geben. Viele engagieren sich wirklich um etwas in dieser Welt zu verändern und eine bessere Welt entstehen zu lassen, was großartig ist. Manchmal habe ich das Gefühl, jeder einzelne vergisst schnell, was man selbst bewirken kann. Sammel doch einfach ab sofort, gemeinsam mit mir, Geld, welches du am Ende des Jahres spendest. Sammel jede Woche deine 2 Cent Stücke zusammen. Oder benutzt Bio-Müllbeutel für zu Hause. Kauf deinen Kindern „Die gute Schokolade“ oder spende an Plant for the Planet. Oder pflanz doch einfach selber mal einen Baum… das mag ja auf der ein oder anderen Bucket-List sowieso stehen. Mir liegt Umweltschutz bzw. der Schutz der Meere einfach sehr am Herzen, aber jeder muss für sich das Projekt finden, dass er unterstützen möchte. Vergiss einfach nicht, wie gut es dir in diesem Leben geht wenn du gesund bist und ein Dach über dem Kopf hast. Du hast 100 % genug um auch etwas abzugeben.