Dieses Gefühl. Dieses unglaubliche Gefühl, wenn du wieder ein Buch beendet hast. Dieses Gefühl, wenn du wieder bei einem Webinar dabei warst, wieder ein kostenloses E-Book ergattert hast, wieder 3 Stunden Live-Stream mit X-Seiten Notizen verlässt. Kommt dir das bekannt vor? Und kennst du auch das Gefühl, dass du gar nicht weißt, wo genau fange ich jetzt an? Weiß ich eigentlich was meine Vision vom Leben ist? Was ist eigentlich mein Sinn des Lebens und wofür bin ich auf der Welt? Und wieso verdammt kenne ich die Antworten auf diese Fragen nicht? Wo bekomme ich sie her? Wie kann ich sie schneller als alle anderen finden? Wie kann ich schnellstmöglich aus meinen Job entkommen, das Hamsterrad verlassen und sowieso alles umsetzen was ich gelernt habe?!

Wenn dich diese ganzen Fragen schon beim Lesen stressen, dann hast du gerade eine Idee davon bekommen, was die Persönlichkeitsentwicklungsdepression (das ist mir zu lang, ab jetzt: PED) ausmacht. Es ist der Punkt, an dem du vor lauter Input gar nicht mehr weißt wohin mit dir. Wenn du nicht mehr motiviert, sondern deprimiert bist, weil du all diese Fragen überhaupt nicht beantworten kannst und auch gar nicht weißt, wie du das machen sollst. So sehr ich die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit schätze und sage let’s go, nur angewandtes Wissen ist Macht so sehr plädiere ich auch dafür, manchmal einen Schritt zurück zu gehen. Einfach mal durchzuatmen. Du musst nämlich gar nichts und vor allem musst du nicht sofort alle Fragen des Lebens beantworten können.

Ich hatte meine PED Anfang diesen Jahres. Ich war unzufrieden mit meinem Praktikum, ich hab mich nach meinem Umzug noch nicht wieder zu Hause gefühlt und all diese Bücher über den Sinn des Lebens gelesen a lá Big Five for Life. Weil ich aber all diese Fragen nicht für mich beantworten konnte und auch keine Ahnung hatte, wie ich das tun soll, habe ich mich kein Stück motiviert gefühlt. Ich war niedergeschlagen, dass ich nicht wusste, wie ich das angehen soll. Dass ich nicht wusste, wie ich mein Leben ausrichten möchte. Aus Gesprächen weiß ich inzwischen, dass es auch anderen so ging und sie nicht wussten, wie man damit konkret umgehen soll. Klar, das Buch wart sogar davor, dass das Leben danach nicht mehr das selbe sein wird aber wie man dann damit klar kommt, sagt es uns nicht.

Ich beschäftige mich gerne mit all diesen inspirierenden Büchern aber irgendwann muss glaube ich jeder einmal einen Step back machen und sich fragen: Moment, wo will ich damit eigentlich gerade hin? Was genau ist der Sinn dahinter mich optimieren zu wollen? Denn am Ende des Tages darfst du nicht vergessen, dass du bereits jetzt ein großartiger Mensch bist. Du machst das, um glücklicher und zufriedener zu werden, nicht um dich zusätzlich zu stressen. Wie bin ich da nun wieder rausgekommen?

Do not dwell in the past, do not dream of the future, concentrate the mind on the present moment.

Nun, wenn ich das mal so genau wüsste. Im Endeffekt kamen einige Ereignisse zusammen aber ich habe im ersten Schritt mal aufgehört solche Bücher zu lesen. Ich habe für mich beschlossen, dass ich gerade schon genug Motivation & Inspiration gesammelt habe aber konkreter an Themen arbeiten möchte. Also eher Bücher lese, die mich in einem Bereich weiterbringen wie mein Social Media Wissen auszubauen, wie funktioniert Branding oder was macht eigentlich eine gute Kommunikation aus? Dazwischen ist immer noch genug Platz für inspirierende Bücher, die einfach mal wieder Zeit zum Träumen bieten. Um aber endlich ins Handeln zu kommen ist es wichtig, dass du auch mal etwas liest oder hörst, was dir konkrete Mittel an die Hand gibt, die es umzusetzen gilt. Du wirst nicht erfolgreich davon deine Nase in Bücher zu stecken sondern die Umsetzung macht den Meister. Vor allem macht Übung den Meister – also vergiss neben all der Motivation nicht auch mal irgendwo anzusetzen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Frei nach dem Motto: einfach mal nicht machen.