I got fake people showing fake love to me.

So würde mein Lieblingsrapper Drake das Ganze vermutlich bezeichnen. Nur, dass er sich dabei nicht nur auf Social Media bezieht. Ich weiß nicht, ob du sie bereits gehört hast; die Folge von Christian Bischoff zum Thema Fakewelt Instagram. (Achtung Spoiler!) Darin geht er darauf ein, dass auf Instagram immer alles perfekt wirkt & dargestellt wird und in wie weit man sich dort für Likes & Reichweite mit Inhalten prostituiert (seine Wortwahl, nicht meine). Passend dazu hatte ich letzte Woche einen Termin mit einem Mentaltrainer der mir seine Einschätzung sagte: Ich sei eine Person die Wert darauf legt wie sie nach außen wirkt. Es gibt eine Annika, die nach außen Auftritt und eine, die zu Hause mit fettigen Haaren Chips futtert und so nie rausgehen würde. Und ich dachte mir: Ja klar, aber gibt es das nicht bei jedem?

Für mich Grund genug mal zu hinterfragen, wie authentisch und #echt ich eigentlich auf Instagram bin.

Die Frage, die ich mir schon oft gestellt habe ist ja, wieso bin ich überhaupt auf Instagram aktiv? Es gab Zeiten, da hatte ich weder WhatsApp noch Facebook (und ja, das war in den letzten 5 Jahren.). Da konnte ich auch leben. Fakt ist aber (und widersprich mir da gerne) es gehört inzwischen zum Leben dazu. Man kann es finden wie man will aber es bietet neben Nachteilen nun mal auch viele Vorteile. Und da ich einen Job habe, der auf Social Media Nutzung basiert, kann ich dem Ganzen wohl kaum abschwören (ich könnte schon, ich möchte aber aktuell gar nicht.). Zurück zur IG Frage… wieso bin ich da aktiv? Nun, angefangen hat es als Hobby weil ich schon immer neugierig war auf Social Media und alles ausprobiert habe, was es so gab. Mein Profil war von Anfang an öffentlich, wieso? Vermutlich weil ich scharf auf Likes war. Ich wusste genau welches Potential hinter einem guten Profil steckt. Ich sage Kunden wie wichtig es ist Reichweite aufzubauen und dass Instagram ein Must have ist, wenn man Menschen erreichen will und stelle mir zeitgleich die Frage, ob es erstrebenswert ist auf Follower & Likes aus zu sein. Momente nicht genießen zu können weil man immer an das perfekte Bild denkt. Ständig aufs Handy zu gucken weil meine 20 Engagement Gruppen wieder was gepostet haben und ich aktiv sein muss. Für mich ist es ein ständiger Kampf zwischen „ja ich möchte Menschen erreichen und immer mehr Menschen erreichen“ und „Fuck Off. Bitte nervt mich einfach nicht mit dem unnötigen Scheiss“.

Ich glaube, es gibt auch einen Unterschied zwischen konsumieren und produzieren. Ich kenne viele Blogger die aktiv auf Instagram sind aber mehr um Content zu liefern als dass sie selbst noch konsumieren, weil es einfach zu viel wird irgendwann. Aber so „reflektiert“ (so bezeichne ich es einfach mal) sind ja nicht alle. Da sehe ich die 14 Jährigen Mädels alle in ein und dem selben Outfit rumlaufen und kann fast genau sagen, von welcher Influencerin (nicht die Krankheit, Google hilft.) sie das haben. Ist das noch normal oder schon wieder individuell?

Und dazu kommt ja noch, dass auf Instagram alles immer noch perfekter ist als in manchen Werbezeitschriften. Ich glaube von Facetune und Photoshop brauche ich hier gar nicht anfangen. Aber kommen die Menschen nicht auch genau aus dem Grund zu IG? Nutzen wir das nicht um uns von der Realität abzulenken und in die perfekte Welt zu flüchten? So wie es mit Filmen auch passiert? Sind wir doch mal ehrlich, Menschen wollen zu einem großen Teil belogen werden. Sie möchten doch gar keine Lösung für ihr Problem sondern nur darüber sprechen was möglich wäre. Wir wollen doch alle zu einem Teil belogen werden, oder? Du kannst dich sicher noch an meine Artikel zur Persönlichkeitsentwicklungsdepression erinnern? Ganz ehrlich, ich glaube dass die PED stark mit Social Media zusammen hängt. Wo bekommt man auch sonst 24/7 die Möglichkeit sich mit anderen zu vergleichen. Jeder postet doch nur wie perfekt es gerade läuft, wer wo im Ausland arbeitet und den perfekten Beachbody im Maserati zeigt und das alles natürlich über Nacht #achtungÜbertreibung und gerade im Bereich Persönlichkeitsentwicklung/ Business gibt es so viele, die etwas darstellen, was sie gar nicht sind.

Aber: Zurück zur Ausgangsfrage. Wie #echt bin ich eigentlich auf Instagram? Trage ich mit meinen Inhalten auch zur Fakewelt und womöglich zur PED bei?

Ganz ehrlich? Ja, das tue ich. Schau dir meinen Feed an: Da siehst du kein Foto, wo ich mich nicht schön drauf finde. Wo ich nicht denke, ach das könnte jetzt aber viele Likes bekommen (Randnotiz: Die Fotos die ich am wenigsten mag kommen oft mit am besten an [Bikinifotos ausgeschlossen]). Ich zeige dir die schönen Momente: Wohin ich reise, was ich tolles esse, wen ich treffe usw. aber ist das nicht-zeigen der schlechten Momente nicht, wie etwas zu verschweigen & dann zu sagen, man hat nicht gelogen? Instagram ist darauf ausgelegt, dass man sich auf einen Bereich „spezialisiert“. Das verstehe ich auch. Aber ich kann euch ja nicht meine Trainingserfolge zeigen und sagen jooo läuft alles super und dann, wenn es wieder mit dem Schokoladenregal heiß hergeht, nichts dazu sagen, oder? Oder möchten wir auf Instagram das Idealbild sehen um uns von diesem Idealbild motivieren zu lassen? Vielleicht brauchen wir die Illusion als Motivation. Vielleicht wollen wir gar nicht wissen, wie hart es wirklich ist ein Sixpack zu bekommen. Oder wie hart es ist bis man sein eigenes Unternehmen hat.

Wer mir folgt weiß zum Beispiel, dass ich überdurchschnittlich oft Steak essen bin. Da kann man nun denken „boah die Olle schert sich n Dreck um Tierschutz und die Umwelt.“ Ich zeige dir nämlich nicht wie ich mit meinem Jutebeutel einkaufen gehe und andere zurechtweise, dass sie keine Plastiktüten kaufen dürfen. Dass ich mal aktive Umweltschützerin war passt nämlich nicht in das luxuriöse Lifestyle Travel Image. Aber wer bestimmt das denn, dass es nicht zusammen passt? Wieso muss ich mich denn einordnen lassen?

Fakt ist: Ich möchte mit meinen Social Media Profilen andere Menschen inspirieren mehr aus ihrem Leben zu machen und vor allem daran zu glauben, was sie alles an Stärken mitbringen. Und dabei vor allem als Vorbild für Frauen einstehen. Weil mir dieses Vorbild gefehlt hat. Dabei möchte ich aber kein perfektes Bild abgeben denn schon mit meiner Geburt habe ich mit meinem Namen einen Auftrag bekommen und den will ich auch umsetzen. #echtsein

Und nach dem ganzen hin und her was wer wie vielleicht dahinter sehen kann, treffe ich für mich eine Entscheidung: Ich will alle Bereiche meines Lebens zeigen. Ich will damit nicht deprimieren sondern weiter motivieren. Um zu sagen: hey, ich hab auch mal einen Tag an dem ich mich hässlich & scheisse fühle aber ich entscheide mich für einen anderen Fokus. Ich möchte mehr von den Schwächen zeigen, die ich habe. Zeigen, dass ich trotz meinem Selbstbewusstsein schüchtern sein kann, wie meine Selbstzweifel mich auffressen wenn ich nachts wach liege. Nicht um Mitleid zu bekommen, sondern weil es zum Leben dazu gehört. Das Lebensrad läuft nicht wenn ein Bereich vernachlässigt wird und das gilt für die guten und schlechten Zeiten. Bei der Ehe nimmst du doch auch beides in Kauf (so sollte es jedenfalls sein aber anderes Thema.). Das Leben muss nicht perfekt sein, sondern echt.