Wenn Du dich in deinem Umfeld umhörst, wird dir vermutlich jeder beteuern, dass er/sie keinen Unterschied macht, ob der Vorgesetzte ein Mann oder eine Frau ist, im Umgang mit den Kollegen werden natürlich genauso wenig Unterschiede gemacht und generell ist auch niemand sexistisch. In der Realität sieht es aber dann doch wieder anders aus. Aus der Recherche für meine Masterarbeit konnte ich bereits viele Schlüsse ziehen, wie es im Business wirklich aussieht. Daher möchte ich dir heute 5 Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Business aufzeigen, die dir zeigen, dass es tatsächlich Unterschiede gibt!

  1. Die gläserne Decke

Die gläserne Decke ist eine Metapher. Sie steht für das Phänomen, dass Frauen nach dem Aufstieg ins mittlere Management an besagte gläserne Decke stoßen. Der Aufstieg in Top-Positionen in Unternehmen bleibt Frauen in den meisten Fällen versagt.
„In den 160 Firmen aus dem Dax, MDax, SDax und TecDax arbeiteten zum 1. Januar 2017 nur 45 weibliche Vorstände. Das seien zwar sechs mehr als ein Jahr zuvor, in knapp 76 Prozent der Gremien sitzen aber demnach ausschließlich Männer.“[1].
Diese Barriere entsteht aus unterschiedlichen Gründen: alt eingesessene Führungsmänner bevorzugen Nachfolger, die ihnen ähnlich sind. Frauen werden stets mit dem Argument „irgendwann will sie eine Familie gründen“ abgestempelt, bevor sie überhaupt eine Chance bekommen haben. Womit wir direkt zum 2ten Unterschied kommen.

  1. Familie & Karriere

„Denn nach wie vor ist die Kinderfrage eines der größten ungelösten Probleme der Frauenfrage.“

In unterschiedlichen Untersuchungen und Interviews mit Frauen in Führungspositionen wurde herausgefunden, dass Frauen sich immer noch mit der Wahl zwischen Karriere und Familie konfrontiert sehen. In den meisten Fällen nehmen sich Frauen Zeit für die Kindererziehung was stark mit Grund 3 zusammen hängt.

  1. Gender Pay Gap

Untersuchungen im Jahr 2016 haben gezeigt, dass Frauen im Schnitt etwa 22 % weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen in derselben Position. Für mich besonders schockierend sind die damit einhergehenden Probleme im Alter. In vielen Partnerschaften ist die Aufteilung immer noch klassisch: der Mann kümmert sich um die Finanzen und bringt das meiste Geld nach Hause. Daher bleiben die Frauen zu Hause, um die Kinder großzuziehen, da der Ausfall des Gehaltes vom Mann wesentlich schwieriger zu verkraften wäre, als es bei der Frau der Fall ist. Daraus resultiert eine gewisse Abhängigkeit vom Mann, welche sich auch in der „Gender Pension Gap“ äußert.
„Berechnet für 2007 liegt der Gender Pension Gap in Deutschland bei 59,6 %. Auf 1.595 Euro an durchschnittlichen eigenen Alterssicherungseinkommen bei Männern kommen 645 Euro für Frauen.“[2]

Auch 2014 ist der Wert nicht besonders weit gesunken. Wenn man jedoch bedenkt, dass Frauen bis 1957 nicht einmal alleine ein Bankkonto eröffnen durften, ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass die abhängig vom Mann so groß war und ist.

  1. Der „Token“-Effekt

Schafft es eine Frau dann doch in eine Führungsposition, ist nicht selten mit dem Token-Effekt zu rechnen. Die Frau wird mit alle ihren Eigenschaften und Ansätzen ins Rampenlicht gezogen. Sie ist DAS Beispiel wenn es darum geht, die Fähigkeiten von Frauen in Führungspositionen zu beurteilen. Dieses Phänomen lässt sich jedoch nur mit der Zeit auflösen. Umso mehr Frauen tatsächlich in Führungspositionen gelangen, umso größer ist die Masse mit der ein Vergleich möglich ist. Bei Männern gibt es genug unterschiedliche Persönlichkeiten, die man vergleichen kann, wenn man denn möchte.

Und zu guter Letzt…

  1. Netzwerke

Während Männer sich stets auf Networking Events und zum abendlichen Bier treffen, halten sich Frauen oft zurück wenn es ums Kontakte knüpfen geht. Das Netzwerk ist jedoch die stärkste Währung und Absicherung. Um voran zu kommen musst du immer wissen, wer die richtige Antwort für dich hat. Frauen sollten sich vor allem untereinander mehr vernetzten und den Gedanken an Konkurrenz ausschalten. Es ist genug für alle da – vor allem unter Frauen 😉

Nachdem dieser Beitrag nun doch eher wissenschaftlich und Faktenbasiert geworden ist, frage dich einfach mal selbst: Sind dir diese Dinge schon einmal bewusst aufgefallen oder hast du noch nie bewusst darauf geachtet? Es ist meiner Meinung nach auch stark von der Einstellung der Frauen abhängig, wo Diskriminierung beginnt und endet. Wie oft habe ich mir selbst schon bei Sprüchen gedacht „ach, der meint das nur als Spaß“ aber inzwischen ist es für mich genau der Punkt, wo es mit den falschen Einstellungen losgeht. Wenn doch unsere Gedanken unsere Taten bestimmen, wie kann dann jemand, der wirklich keinen Unterschied macht Witze über Frauen machen die schlecht Auto fahren? Keine Sorge, ich bin sicher keine Frau die bei jedem Witz, der mit Vorurteilen umgeht, sofort auf Rot schaltet, aber man sollte sich einfach mal bewusst machen, wo man selbst ansetzen kann, damit es in Zukunft wirklich gerechte Chancen für alle gibt.

 

 

 

[1] http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-01/gleichstellung-frauen-vorstand-dax-unternehmen-arbeitsmarkt

[2] https://www.bmfsfj.de/blob/93950/422daf61f3dd6d0b08b06dd44d2a7fb7/gender-pension-gap-data.pdf

[3] http://www.n-tv.de/panorama/Mann-kommt-im-Kleid-ins-Buero-article19901689.html